Der FC Augsburg hat mit sofortiger Wirkung Daniel Opare gefeuert. Die Bosse der bayrischen Schwaben erhoben in einer öffentlichen Stellungnahme schwere Vorwürfe gegen den Verteidiger, dessen Vertrag am Ende der aktuellen Saison ausläuft. Der 27-Jährige habe wiederholt „bewusst gelogen“ und dies „trotz der Konfrontation mit den Fakten“, schildert Manager Stefan Reuter. Man habe sich dieses Benehmen nicht mehr bieten lassen können, zumal Opare „wiederholt gegen den Verhaltenskodex innerhalb der Mannschaft verstoßen“ habe.
Opare hat mit anderen Klubs verhandelt
Der Hintergrund des ganzen Vorgangs lässt einen mit der Hand an den Kopf fassen, weil sich der Verteidiger ohne Not in diese Situation manövriert hat. Eigentlich verhandelte Augsburg mit Opare über eine Vertragsverlängerung. Dabei ließen sich die Verantwortlichen zusagen, dass der Spieler mit keinem anderen Klub sprechen werde. Eigentlich hätte er das Recht dazu gehabt. Spieler dürfen sechs Monate vor Ende Ihres Vertrags mit jedem beliebigen Verein ohne Zustimmung ihres Noch-Klubs sprechen.
Opare hat genau dies getan und mit dem FC Schalke 04 verhandelt. Der Spieler leugnete dies. Die „Bild“ veröffentlichte allerdings sogar ein Foto, das Opare in einem Restaurant im Gespräch mit Knappen-Coach Domenico Tedesco zeigt. Der Verteidiger, der jetzt mit einem Geständnis wohl die beste Chance gehabt hätte, zu retten, was noch zu retten ist, log stattdessen weiter. Schließlich bestätigten die Schalker selbst die Verhandlungen – damit war das Spiel aus.
Opare, der einfach nicht hätte zusagen müssen, nicht mit anderen Vereinen zu sprechen, ist jetzt in einer schwierigen Situation. Es gibt kaum etwas, was Klubs so sehr hassen wie dieses Verhalten. Schalke-Manager Christian Heidel und Tedesco haben in der Vergangenheit im eigenen Verein scharf gegen Disziplinlosigkeiten aller Art durchgegriffen. Es ist kaum vorstellbar, dass Sie noch Interesse haben, den Spieler zu verpflichten. Und auch andere Klubs dürften die Personalie mit großen Argwohn betrachten. Opare hat sich einen Bärendienst erwiesen.