Es waren schreckliche Szenen, die sich am Samstagabend in Dortmund vor und während des Spiels Borussia Dortmund gegen den RB Leipzig abspielten. RB-Fans – darunter auch Familien mit Kindern – wurden von gewaltbereiten Hooligans mit Feuerwerkskörpern und leeren Getränkekisten beworfen, im Stadion waren hasserfüllte Spruchbänder zu sehen, die teilweise zu Gewalt aufriefen. „Bullen schlachten“ war dort beispielsweise vor aller Augen zu lesen. Einer der Schuldigen ist für die Medien und einige RB-Fans schon ausgemacht: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der nie einen Hehl daraus gemacht hat, dass ihm das Leipziger System nicht gefällt.
Watzke ein Kritiker des Leipziger Modells
Man kann nicht behaupten, dass Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der größte Kritiker des RB Leipzig ist, doch tut er seine Meinung über das System der Sachsen immer wieder offen kund, und was Herr Watzke sagt, hat in den Medien mehr Gewicht als die Worte seiner Kollegen in Augsburg oder Ingolstadt. Aus diesem Grund ist nun eine hitzige Diskussion über eine Art“Mittäterschaft“ an den Ereignissen am vergangenen Samstag. Doch wird da nicht zu schnell geurteilt? Ist Watzke wirklich ein „Hassprediger“ gegenüber dem RB Leipzig?
Watzke polarisiert
Fakt ist, dass Hans-Joachim Watzke des öfteren das System des RB Leipzig kritisiert hat und mit seinen Sprüchen in Richtung der Ostdeutschen polarisiert. Auch auf der Mitgliederversammlung von Borussia Dortmund hat er den Verein und vor allem seinen Sponsor scharf kritisiert und deutlich gemacht, dass er sich deren Modell für den BVB nicht vorstellen könne. Doch er hat nie zu Fan-Protesten geschweige denn zu Gewalt an Anhänger des RB Leipzig aufgerufen. Er hat nur immer wieder angemerkt, dass beim Rasenballsport Leipzig im Gegensatz zu Vereinen wie dem VFL Wolfsburg und oder der TSG 1899 Hoffenheim – beides Vereine mit großen Geldgebern im Rücken – nichts historisch zusammengewachsen ist, sondern der Klub RB Leipzig sozusagen aus der Retorte kommt. Markige Sprüche gehören in der Rhetorik des Fußballs dazu, meint auch RB-Geschäftsführer Olaf Mintzlaff. Die Gespräche außerhalb der Öffentlichkeit verliefen immer sachlich, so der RB-Chef. Watzke als Hassprediger hinzustellen sein falsch. Die Verantwortung für die Ereignisse am Samstag liegt einzig und allein bei den gewaltbereiten sogenannten „Fans“.