Die Ehe zwischen Julian Draxler und dem VfL Wolfsburg, die eigentlich nie richtig glücklich war, dürfte schon im Winter enden. Der Spieler möchte nur noch die Flucht antreten und dieses Mal wird der Verein wohl nachgeben. Zu dramatisch war, was sich während der 2:3-Niederlage um den 23-Jährigen und die Fans abspielte.
Draxler bei Einwechslung mit Pfeifkonzert begrüßt
Erstmals bei eigentlich voller Gesundheit saß Draxler beim Anpfiff nur auf der Bank. Coach Valerien Ismael erklärte die Entscheidung damit, dass keine Namen zählten. Als der VfL es nicht schaffte, eine zweimalige Führung zu behaupten und alle Hilfe brauchte, um wenigstens einen Punkt zu ergattern, sollte der Nationalspieler doch aufs Feld kommen. In der 78. Minute war es soweit. Die eigenen Fans begrüßten Draxler mit einem gellenden Pfeifkonzert.
Nach dem Spiel beantwortete der 23-Jährige die Frage, wie er zu diesen Ereignissen stehe, damit, dass er schon im August erklärt habe, was er wolle. Damals zitierte ihn die „Bild“ mit den Worten, er wünsche sich den Verein zu verlassen. In dieser Saison dürfte sich dieses Begehren noch einmal deutlich verstärkt haben. Zu krass ist, was in Wolfsburg passiert – aller sportlicher Misserfolg wird auf den Schultern des 23-Jährigen abgeladen. Draxler ist der Sündenbock.
Wolfsburg dürfte Transfer wohl zustimmen
Der Klub dürfte einem Winter-Wechsel bei einem passenden Angebot wohl gleich aus mehreren Gründen zustimmen. Zum einen hat VW einen drastischen Sparkurs verordnet: Möchte man sich im Winter verstärken und dies ist ohne Zweifel notwendig, braucht man große Einnahmen. Zum anderen ist ein Spieler, der zur Einwechslung von den eigenen Fans ausgepfiffen wird, eine Belastung für die gesamte Mannschaft. Oder, um es mit Draxlers Worten zu sagen: Die Fans hätten zwar das Recht zu pfeifen, „aber förderlich ist das sicher nicht.“